Was kostet ein Umzug in der Schweiz? Zahlen, Abrechnungsmodelle und Kostentreiber
Was ein Umzug in der Schweiz kostet: Erhebungen, Richtpreise von Umzugsfirmen nach Zimmerzahl, Stundenansätze, Rechenbeispiel und Offertvergleich.
Was ein Umzug in der Schweiz kostet, hängt weniger von einem Marktpreis ab als von Menge, Zugang, Distanz und den Leistungen, die Sie bei der Umzugsfirma bestellen. Eine amtliche Preisstatistik gibt es nicht. Die verfügbaren Zahlen aus Befragungen und Plattformdaten zeigen eine grosse Spannweite – von wenigen hundert bis mehreren tausend Franken. Entscheidend für Ihr Budget ist deshalb, Offerten auf derselben Grundlage einzuholen und zu verstehen, was im Preis steckt.
Wie viele Menschen zügeln in der Schweiz?
Gemäss der Umzugsstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) sind 2024 in der Schweiz 9,3 Prozent der Bevölkerung umgezogen, rund 697 000 Personen – im Durchschnitt etwa 1900 pro Tag. 36 Prozent blieben in derselben Gemeinde, 35 Prozent zogen in eine andere Gemeinde desselben Kantons. Die durchschnittliche Umzugsdistanz lag bei 13,4 Kilometern; in knapp 40 Prozent der Fälle erfolgte der Umzug innerhalb eines Radius von weniger als 2 Kilometern, nur 12 Prozent zogen mehr als 30 Kilometer weit. Die meisten Umzüge sind also kurz; die Kosten entstehen vor allem durch Arbeitszeit, nicht durch Kilometer.
Was zeigen die verfügbaren Kostenzahlen?
Zwei Quellen werden häufig zitiert. Beide haben Grenzen, die Sie kennen sollten.
Befragung der Bâloise (2020): Laut einer Mitteilung der Versicherung, über die Plattform J im September 2021 berichtete, gaben von 1299 Befragten an:
| Ausgaben für den Umzug 2020 | Anteil |
|---|---|
| weniger als 500 Franken | 13 Prozent |
| 501 bis 2000 Franken | rund ein Viertel |
| 2001 bis 6000 Franken | 37 Prozent |
| mehr als 6000 Franken | 20 Prozent |
Unter 500 Franken blieben vor allem junge Menschen, die das Elternhaus verliessen. Aus dem Bericht geht nicht hervor, ob die Befragten mit oder ohne Umzugsfirma gezügelt haben und welche Ausgaben genau mitgezählt wurden.
MOVU-Umzugsstudie (2019): Die Offertplattform MOVU wertete 62 000 Offertanfragen und 5265 Kundenbefragungen aus der Zeit von Januar 2018 bis Juli 2019 aus. Die Zahlen beziehen sich also auf Umzüge mit Firma:
| Umzugskosten (MOVU, 2018–2019) | Anteil |
|---|---|
| unter 750 Franken | 11 Prozent |
| 750 bis 1499 Franken | 40 Prozent |
| 1500 bis 2999 Franken | 42 Prozent |
| 3000 bis 3999 Franken | 6 Prozent |
| über 4000 Franken | 2 Prozent |
In den Kantonen Zürich, Basel, St. Gallen und Bern lagen die durchschnittlichen Kosten laut Studie bei rund 1’750 Franken, in Zug bei über 2’000 und in Genf bei rund 1’500 Franken. Die Daten sind über sieben Jahre alt, stammen von einer Plattform und sind nicht repräsentativ für alle Umzüge. Sie zeigen aber die Grössenordnung und dass die Region eine Rolle spielt.
Richtwerte nach Wohnungsgrösse
Neuere unabhängige Erhebungen gibt es nicht. Einige Umzugsfirmen veröffentlichen aber eigene Richtpreise. Zwei Beispiele von Firmen aus unserem Verzeichnis (Stand: Oktober 2026):
| Wohnung | Gimmi Umzüge, Frauenfeld: geschätzte Kosten, exkl. 8,1 % MWST | Welti-Furrer, Zürich und Bern: Beispielpreis |
|---|---|---|
| 1 bis 1½ Zimmer | Fr. 645.– bis 860.– | Fr. 810.– (1,5 Zimmer) |
| 2 bis 2½ Zimmer | Fr. 906.– bis 1’510.– | Fr. 990.– (2,5 Zimmer) |
| 3 bis 3½ Zimmer | Fr. 1’510.– bis 1’812.– | Fr. 1’450.– (3,5 Zimmer) |
| 4 bis 4½ Zimmer | Fr. 2’214.– bis 2’583.– | Fr. 1’890.– (4,5 Zimmer) |
| 5 bis 5½ Zimmer | Fr. 3’234.– bis 4’158.– | Fr. 2’260.– (5,5 Zimmer) |
Gimmi leitet die Beträge aus Fahrzeuggrösse, Anzahl Fachleuten und geschätzten Stunden ab (für 3 bis 3½ Zimmer etwa 35 m³, drei Fachleute, fünf bis sechs Stunden). Welti-Furrer bezeichnet seine Zahlen ausdrücklich als «nur Beispielpreise» und nennt weder Annahmen noch Mehrwertsteuer. Dass die beiden Listen bei grossen Wohnungen weit auseinanderliegen, zeigt, wie stark Menge, Zugang und Teamgrösse den Preis bestimmen. Solche Tabellen geben eine Grössenordnung, ersetzen aber keine Offerte.
Stundenansätze: Was darin steckt
Wer nach Aufwand abrechnet, verrechnet einen Ansatz pro Stunde für Team und Fahrzeug. In der Preisliste von Gimmi Umzüge (Stand: Oktober 2026, exkl. MWST) kosten zwei Fachleute mit Fahrzeug Fr. 215.– pro Stunde, drei Fachleute Fr. 302.–, vier Fachleute Fr. 369.– (mit 50-m³-Fahrzeug Fr. 395.–), fünf Fachleute Fr. 462.– und sechs Fachleute Fr. 529.–. Worauf Sie bei einem Stundenansatz achten sollten:
- Teamgrösse und Fahrzeug: Ein grösseres Team kostet pro Stunde mehr, braucht aber weniger Stunden. Fragen Sie, mit wie vielen Personen und welchem Fahrzeug die Firma rechnet.
- Anfahrt und Rückweg: Bula Umzüge und w. wiedmer schreiben, dass sie die benötigten Stunden inklusive Anfahrts- und Rückweg verrechnen. Nägeli Umzüge bietet für Umzüge ausserhalb von Zürich Anfahrts- und Rückfahrtspauschalen an.
- Was im Ansatz inbegriffen ist: Nägeli Umzüge nennt Mehrwertsteuer, Fahrkilometer und LSVA, Spesen, Hilfsmaterial sowie Demontage und Montage von Möbeln als inbegriffen. Bei anderen Firmen sind solche Posten separat aufgeführt.
- Mindestdauer und Zusatzgeräte: Ob eine Mindestdauer gilt, steht nicht in jeder Preisliste – fragen Sie danach. Ein Möbellift wird oft pauschal verrechnet: Karel Umzug in Luzern verlangt für den Lift mit Bediener Fr. 450.– für einen halben Tag an einem Standort und Fr. 800.– für einen ganzen Tag an zwei Standorten.
Rechenbeispiel: 3½ Zimmer, 2. Obergeschoss ohne Lift, 10 Kilometer
Nach der Preisliste von Gimmi Umzüge rechnet man für 3 bis 3½ Zimmer mit drei Fachleuten, fünf bis sechs Stunden und Fr. 302.– pro Stunde, also Fr. 1’510.– bis 1’812.–. Mit 8,1 Prozent Mehrwertsteuer sind das rund Fr. 1’632.– bis 1’959.–. Bei 10 Kilometern fällt die Fahrzeit kaum ins Gewicht; teuer wird die Arbeitszeit.
Bietet eine Firma stattdessen eine Pauschale nach den Bedingungen der Swiss Movers Association an (siehe unten), gilt das 2. Obergeschoss ohne Lift noch als «normale Zufahrtsverhältnisse», solange der Tragweg zum Fahrzeug höchstens 15 Meter beträgt. Im 3. Obergeschoss oder bei längerem Tragweg wäre der Mehraufwand zusätzlich geschuldet. Nicht in der Pauschale enthalten sind nach diesen Bedingungen unter anderem das Ein- und Auspacken, die Demontage und Montage von Möbeln, das Abnehmen und Anbringen von Lampen und Kühlschränke über 200 Liter. Wer solche Arbeiten der Firma überlässt, bezahlt sie zusätzlich – bei einem Ansatz wie jenem von Gimmi kostet jede weitere Stunde des Dreierteams Fr. 302.– plus Mehrwertsteuer. Ob Ihre Offerte solche Leistungen einschliesst, sehen Sie nur, wenn sie einzeln aufgeführt sind.
Wie rechnen Umzugsfirmen ab?
| Modell | So funktioniert es | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Nach Aufwand | Stundenansatz für Team und Fahrzeug, dazu Anfahrt, Material und oft eine Mindestdauer | Kostendach vereinbaren; Wartezeiten und schlechte Vorbereitung gehen zu Ihren Lasten |
| Pauschalpreis | Fester Betrag für einen beschriebenen Umfang, meist nach Besichtigung | Nur enthalten, was in der Offerte steht; Mehrleistungen kosten extra |
| Kombination | Pauschale für den Transport, Zusatzleistungen nach Aufwand | Zusatzleistungen einzeln mit Preis ausweisen lassen |
Wie eng ein Pauschalpreis gefasst sein kann, zeigen die Allgemeinen Umzugsbedingungen der Swiss Movers Association (SMA), die ihre Mitglieder verwenden. Danach umfasst die Pauschale nur die Hauptleistung: Übernahme des demontierten und verpackten Umzugsguts, Verladen, Transport, Ausladen und einmaliges Platzieren. Separat zu vergüten sind unter anderem:
- jegliches Ein- und Auspacken oder Einräumen
- Demontage und Montage von Möbeln
- Kühlschränke und Truhen über 200 Liter, Klaviere, Flügel, Kassenschränke und Gegenstände ab 100 Kilogramm
- das Abnehmen und Anbringen von Bildern, Spiegeln, Lampen und Vorhängen
- Mehraufwand für Transporte durch Fenster oder über Balkone
- Prämien von Transportversicherungen, Zoll und amtliche Gebühren
- Mehraufwand durch unverschuldete Wartezeiten oder erschwerte Zufahrt
Andere Firmen schliessen manche dieser Punkte ein. Gerade deshalb lohnt es sich, die Liste mit jeder Offerte abzugleichen. Die SMA selbst warnt Kundinnen und Kunden davor, nur den tiefsten Preis zu vergleichen: Was auf den ersten Blick günstig erscheine, könne sich am Ende als teurer herausstellen.
Was treibt die Kosten?
- Menge des Umzugsguts: Zimmerzahl allein sagt wenig; eine vollständige Umzugsliste oder eine Besichtigung ergibt verlässlichere Preise.
- Zugang: Die SMA-Bedingungen gehen von «normalen Zufahrtsverhältnissen» aus: höchstens 15 Meter Tragweg zwischen Fahrzeug und Hauseingang und Räume nicht höher als im 2. Obergeschoss beziehungsweise nicht tiefer als im 2. Untergeschoss. Alles darüber hinaus erhöht den Preis nach Aufwand.
- Schwere Einzelstücke: Klavier, Tresor oder grosser Kühlschrank brauchen mehr Personal und Material.
- Packen und Montage: Ein Umzug, bei dem die Firma Küche, Bücher und Kleider einpackt und alle Möbel ab- und aufbaut, kostet deutlich mehr als ein reiner Transport.
- Möbellift: Er kostet extra, kann bei engen Treppenhäusern aber Tragezeit sparen.
- Termin: An Monatsenden und verbreiteten Zügelterminen sind Teams knapp.
- Distanz: Bei Umzügen über weite Strecken oder ins Ausland werden Fahrzeit und gegebenenfalls Zoll relevant.
Welche Zusatzkosten fallen rund um den Umzug an?
Parkbewilligung und Signalisation: Zuständigkeit und Gebühren regelt jede Gemeinde selbst. In der Stadt Bern wird die Umzugsbewilligung für die Innenstadt oder das Halte- und Parkverbot kostenlos erteilt. Die Parkverbotstafeln stellt entweder eine Umzugsfirma zu ihren eigenen Preisen auf, oder Sie organisieren sie über die Kantonspolizei – die Bestellung muss mindestens acht Arbeitstage vor dem Umzug erfolgen.
Endreinigung: Für die Rückgabe der Mietwohnung genügt «besenrein» oft nicht. Der Vergleichsdienst Moneyland hält fest, dass eine professionelle Endreinigung je nach Grösse der Wohnung «rasch einmal deutlich mehr als 1000 Franken» kostet. Was eine Abnahmegarantie umfasst, steht auf der Seite Umzugsreinigung; was Sie tun können, wenn die Reinigungsfirma sie nicht einhält, im Ratgeber Abnahmegarantie nicht eingehalten.
Entsorgung und Lagerung: Alte Möbel und Sperrgut kosten Entsorgungsgebühren; passt die neue Wohnung zeitlich nicht, kommen Lagerkosten dazu.
Versicherung: Wer seine Habe gegen Transportschäden absichern will, bezahlt die Prämie einer Transportversicherung zusätzlich.
Mehrwertsteuer: Der Normalsatz beträgt 8,1 Prozent. Prüfen Sie, ob Offerten inklusive oder exklusive Mehrwertsteuer ausgewiesen sind.
Wie vergleichen Sie Offerten richtig?
- Dieselbe Grundlage: Geben Sie allen Firmen dieselbe Umzugsliste, dieselben Adressen mit Stockwerk, Lift und Tragweg sowie denselben Termin – oder lassen Sie besichtigen.
- Leistungen einzeln: Verlangen Sie, dass Verpacken, Montage, Möbellift, Bewilligung, Reinigung und Entsorgung einzeln mit Preis aufgeführt sind.
- Modell klären: Bei Aufwand nach Stundenansatz, Teamgrösse, Mindestdauer, Anfahrt und Kostendach fragen; bei Pauschale nach den Ausschlüssen.
- Haftung und Versicherung: Lesen Sie die Haftungsklauseln. Das Obligationenrecht lässt vertragliche Einschränkungen zu, und die SMA-Bedingungen schliessen die Haftung bei leichter Fahrlässigkeit aus.
- Zahlung und Rücktritt: Nach den SMA-Bedingungen ist der Preis vor Beginn der Arbeiten fällig; bei einem Rücktritt innert 14 Tagen vor dem Umzug werden 30 Prozent, innert 48 Stunden 80 Prozent des offerierten Betrags geschuldet. Andere Firmen regeln das anders – kennen Sie die Regeln vor der Unterschrift.
- Mehrwertsteuer: Alle Beträge auf dieselbe Basis bringen.
Firmen nach Region und Leistung finden Sie im Verzeichnis der Umzugsfirmen; weitere Begriffe rund ums Zügeln erklärt das Umzugsglossar.
Häufige Fragen
- Wie viel kostet ein Umzug in der Schweiz im Durchschnitt?
- Einen amtlichen Durchschnittswert gibt es nicht. In den Daten der Plattform MOVU aus den Jahren 2018 und 2019 lagen die Kosten für einen Umzug mit Firma in den Kantonen Zürich, Basel, St. Gallen und Bern bei durchschnittlich rund 1'750 Franken; neuere unabhängige Auswertungen haben wir nicht gefunden. Einzelne Firmen veröffentlichen Richtpreise: Welti-Furrer nennt für eine 3,5-Zimmer-Wohnung in Zürich oder Bern einen Beispielpreis von 1'450 Franken, Gimmi Umzüge in Frauenfeld 1'510 bis 1'812 Franken plus Mehrwertsteuer (Stand: Oktober 2026).
- Ist ein Pauschalpreis besser als die Abrechnung nach Stunden?
- Ein Pauschalpreis gibt Kostensicherheit für den beschriebenen Umfang. Die Abrechnung nach Aufwand kann günstiger sein, wenn alles gut vorbereitet ist, verlagert aber das Risiko von Verzögerungen auf Sie. Vergleichen Sie beide Varianten anhand derselben Umzugsliste.
- Was kostet die Parkbewilligung für den Umzugswagen?
- Das regelt jede Gemeinde selbst; in der Stadt Bern etwa ist die Umzugsbewilligung kostenlos, für die Signalisation fallen die Preise der Umzugsfirma oder der Kantonspolizei an.
- Was passiert, wenn ich den Umzug kurzfristig absage?
- Das regeln die Vertragsbedingungen. Die Allgemeinen Umzugsbedingungen der Swiss Movers Association sehen bei einem Rücktritt innert 14 Tagen vor dem Umzug 30 Prozent und innert 48 Stunden 80 Prozent des offerierten Betrags als pauschalen Schadenersatz vor.